Freie Presse 05.06.2020

Warum Karl Marx jetzt auf dem Brühl ein Zuhause findet.

Mit einem Shirt-Laden will Marketingexperte Martin König das Viertel am Boulevard beleben. Sein Geschäftsmodell stellte er schon im Fernsehen vor.

Von Peggy Fritzsche

Martin König will am morgigen Samstag auf dem Brühl einen Eckladen eröffnen, in dem es speziell bedruckte T-Shirts und Pullover geben soll.

Alle Kleidungsstücke sind mit dem Konterfei von Karl Marx verziert. Den Denker zeigt er da ganz cool – immer mit Sonnenbrille. […].

„Hier möchte ich karlskopf zum finalen Erfolg führen“, sagt der Marketingexperte, der Betriebswirtschaft unter anderem an der Universität in Münster studiert hat.

Und dort traf er auch seinen künstlerischen Kompagnon. Der Kolumbianer Felipe Morinelli zeigte sich als guter Zeichner und entwickelte die ersten Konterfeis von Karl Marx. „Das tut er noch immer und die Motive werden mit der Zeit immer vielfältiger“, erklärt Martin König. Mal ist der Philosoph Karl Marx als Kapitän zu sehen, mal als Spitzenkoch, dann wieder als Südstaatenfamer. Mal ist sein Bart viel zu lang, mal die Frisur noch vestrubbelter als altbekannt.

„Wir wollen Karl Marx dabei nicht verunglimpfen, sondern auf der Kollektion ein cooles Köpfchen aus unserer Stadt zeigen“, so Martin König.

Dabei seien die meisten Kunden, die seine Kleidung bisher online kauften, von auswärts. Das kann der Unternehmer so genau bestimmen, weil er seine Bekleidung bisher schon in Eigenregie vermarktet hat und die Lieferadressen genau kennt.

„Es ist wie im Alltag: Bei den Chemnitzern selbst dauert es manchmal ein bisschen länger, das Potenzial ihrer Heimatstadt zu erkennen“, sagt Martin König mit einem Schulterzucken. Da helfe nur Kreativität. […].

Die Marx-Konterfeis bringt König mittels Siebdruck auf die nach seinen Angaben biologisch korrekt und nachhaltig produzierten Stoffe. […].

König sieht im Siebdruck die Einzigartigkeit an seinem Kleidungsstück. „Kein Modell gleicht durch den Siebdruck erinem anderen“, sagt er. „Zudem gebe ich meinen Kollektionen einen ganz eigenen Kick.“ Denn jedem Marx-Entwurf widmet er eine kleine Geschichte, die er als Etikett an Shirts und Pullover hängt.